Der Geburtstag des Küken

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Es kam der Tag, da feierte das Küken seinen zwanzigsten Geburtstag. Fern der Heimat und schon groß, weilte es zur höheren Bildung in einer alten Stadt.

Der Tag war für das Küken nichts Besonderes, es ging seinem Geschäft nach und eilte hier hin und dort hin. Am Abend, so war der Plan, wollte es vielleicht mit guten Freunden sich treffen, oder auch nicht. Spontan war es und heckte nichts Besonderes. Ging seinen Lehren nach und erwartete nichts.

Der Hund schlich herum, kam zum Nest und brachte ein Paket. Ein ferner Absender stand darauf. Das Küken war erstaunt, das hatte es nicht erwartet.

„Schwer ist das Paket und weit gereist“, bemerkte der Hund, „da hat sich jemand an dich erinnert.“

So saß das Küken auf dem Paket und wollte es öffnen, da kam die Gans geflogen und schwätzte von weitem schon die Nachrichten aus der heimatlichen Ferne.

„Alles Gute zum Geburtstag. Alles Gute zum Geburtstag.“

Die Gans ließ sich in der Nähe des Nestes nieder, schnappte nach Luft und wiederholte: „Alles Gute zum Geburtstag, junges Küken.“

Der arbeitswütige Biber hörte dies und lies von seinem Werke ab. Er ging zum Nest und sprach: „So lass uns, der Hund, die Gans und ich stellvertretend für alle anderen, mit dir deinen Ehrentag feiern. Wenn schon Nachrichten und Pakete aus der Ferne eintrudeln, so muss es was zu feiern geben.“

♦ Selbst wenn du in der Ferne weilst, die Liebenden dich nicht vergessen. ♦

Geburtstagskueken_final

Eine Fabel von Dr. Ingo Hoffmann, Wuppertal im März 2015.

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