Die Schweine in der Gemeinschaft der Tiere

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Als der Geruch sehr stark wurde, berief der Rat der Tiere ein Treffen ein. Die Aussprache der Gemeinschaft der Tiere mit den Schweinen begann die Eule:

„Euer Geruch ist schlimm und wird schlimmer wenn ihr bläht. Die Umstehenden werden belästigt. Der Eigengeruch mag noch erträglich sein, aber warum gelingt euch nicht das blähen in Abgeschiedenheit?“

Das älteste Schwein übernahm die Verhandlungen, und wurde gleich patzig:

„Warum sollen wir weichen, es ist unser gutes Recht in freier Natur, in frischer Luft beliebig zu blähen. So haben wir das schon immer gemacht.“

„Die Gemeinschaft ist größer geworden, der Platz gedrängt, so dass was immer war nun auf andere deutlicher einwirkt. Wir alle beschränken uns zum Erträglichen aller. Was glaubt ihr,“ so fragte die Eule weiter, „ verbleibt von der frischen Luft, wenn ihr bläht?“

„Frische Luft, bleibt frische Luft. Wenn jemanden das Blähen stört, so soll er weichen,“ war die einfache Formel des ältesten Schweins.

„Erkennst du den Widerspruch? Ihr verändert die frische Luft. Wie könnt ihr verlangen, dass andere gehen, wenn ihr Einfluss nehmt? Ist es nicht so, dass derjenige der etwas verändern möchte, um Erlaubnis fragt und es lässt wenn es nicht gewünscht ist?“

„Wir fragen nicht nach, wir machen einfach und wir lassen uns hier nichts vorwerfen. Wir werden dort wo es uns gelüstet blähen!,“ so einfach war der Schlusssatz des ältesten Schweins und noch die Meisten in der Schweinerotte grunzten zustimmend.

„So erlaubt uns, dass wir übrigen uns in Gebiete zurückziehen, die frei sind von frei blähenden Schweinen. Wir werden den Platz gerecht teilen. Ihr wenigen, uneinsichtigen Bläher seid für euch und wir für uns.“

♦ Wer ohne Rücksicht sein Umfeld dominiert, wird schleunigst isoliert. ♦

SchweinePups_final

Eine Fabel von Dr. Ingo Hoffmann, Wuppertal im März 2013.

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